OK.kunZT & Galerie3flux präsentieren

Raphaela Riepl >Falling (for)<

Galerie3flux (ehemals Flux23) ist mobil, entwickelt Projekte kollaborativ und bringt die Kunst mitten in die Gesellschaft. So wurden wir vom international tätigen Statikunternehmen Oberressel & Kantz und Architekturbüro Buerger Katsota eingeladen, ein Kunstkonzept für deren neuen Firmensitz in Klagenfurt zu entwickeln und die großzügigen Räumlichkeiten (die vielen Kärntner*innen als ehemaliges K&Ö Haus bekannt sind) mit Kunst für die Öffentlichkeit zu bespielen.

Wir freuen uns über das gemeinsame Projekt OK.kunZT, bei dem ab September 2022 in den vom Straßenraum einsichtigen und öffentlich zugänglichen Empfangshallen der Firma OKZT halbjährlich wechselnde Ausstellungen zu sehen sind.

Zum Auftakt wurde die Künstlerin Raphaela Riepl eingeladen, eine große permanente Lichtinstallation zu schaffen und darüber hinaus als Erste den Raum künstlerisch zu inszenieren.

Auftaktaufsstellung >Falling (for)<  & permanente Kunst am Bau von Raphaela Riepl
Zu sehen ab Donnerstag, 15. September 2022

Eröffnung für Alle:
Samstag, 1. Oktober 2022, Lange Nacht der Museen: 18 – 1 Uhr, (dieser Standort kann kostenlos besucht werden)
21 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit Lena Freimüller

Die Ausstellung kann zu den regulären Geschäftszeiten betreten werden. Bitte läuten Sie oder melden Sie sich kurz telefonisch oder via Mail bei OKZT an.

OK.kunZT steht für das Zusammenwirken von Kräften. OKZT schafft Hüllen in Form von Gebäuden, während die Lichtobjekte von Raphaela Riepl diese bespielen und mit Atmosphäre und Lichtstimmung füllen. Zum Auftakt für OK.kunZT hat Raphaela Riepl zum Einen eine Auftragsarbeit unter Verwendung vorhandener Glasbausteine umgesetzt, die als Lichtinstallation permanent im Raum bleibt. Zum Anderen macht die Künstlerin mit der Ausstellung >Falling (for)< den Auftakt des halbjährlichen Ausstellungsprogramms im Firmengebäude von OK.kunZT.

Unscattering & Scatterings - permanete Kunst am Bau
„Es hat sich gut ergeben“, sagt Raphaela Riepl über die Umsetzung der permanenten Lichtinstallation bei OKZT, „da ich schon immer mal mit Glasziegeln arbeiten wollte. Ich habe bereits davor immer wieder mit Glas und Spiegeln gearbeitet, die das Licht brechen. Glasbausteine sind gewellt und lassen so diffuse Flächen entstehen. So können neue Brüche und Lichtbrechungen entstehen.“ Bei dieser Installation sei die stringente Form, die der Ort und das Material vorgeben, das Herausfordernde. „Dort wo sich Muster wiederholen, versuche ich diese zu durchbrechen“, so Riepl. Es gehe ihr eben genau darum, Geheimnisvolles zu schaffen und sich so der Berechenbarkeit und Mustererkennung zu widersetzen.

Für die Ausstellung >Falling (for)< bespielt sie den Raum und die großflächigen Fensterflächen hin zur vielbefahrenen Straße ein halbes Jahr lang mit einer Installation aus färbigen von der Decke abgehängten Lichtobjekten. Kompakte Wandobjekte, Leuchtstoffröhren auf Holz montiert ergänzen die Installation in der hohen zentralen Halle des OKZT-Gebäudes.
Das Wort „Falling“, so die Künstlerin, erzeugt bereits eine Stimmung, denn Fallen kann nostalgisch, vielleicht sogar dramatisch konnotiert sein. Das englische „falling for“ drückt hingegen Leidenschaft aus, trägt einen Beigeschmack von ausgeliefert sein, aber auch Begeisterung. Genauso vielfältig seien die Stimmungen, in die sie den neuen Raum für Kunst in Klagenfurt versetzten möchte.

Raphaela Riepls Medium ist Licht und ihrer Kunst schafft Atmosphären. Ein forschendes Interesse an Raum und Räumen treibt die Künstlerin an. Ihre Leuchtobjekte bespielen den Raum und erzeugen verschiedene Stimmungen: Tagsüber wirken insbesondere die Konturen der schwebenden Lichtröhren und es treten die Linien hervor, gleich eine Zeichnung in der Luft. In der Dämmerung verändert Riepls Lichtkunst die Stimmung: nun verblasst die zeichnerische, klare Qualität ihrer Werke und die Lichtbrechung taucht den Raum in farbiges Licht. So lässt die Künstlerin einen malerischen atmosphärischen Raum entstehen. Der Raum wird nun in die Kunst einbezogen, nicht umgekehrt.

Gerade weil Riepl mit Licht ein Medium gewählt hat, welches einen langen Arbeitsprozess, Planung und technisches Wissen voraussetzen, ist ihr künstlerische Spontanität und das Nicht-Rationale besonders wichtig. Sie arbeitet mit handgebogenen Glasröhren, die mit Argon gefüllt sind - einem Gas, welches hellblaues Licht erzeugt und ihr damit ein spezielles Farbspektrum ermöglicht. Im ersten Schritt entwickelt sie die Formen der Lichtröhren, ein Prozess im Laufe dessen Zeichnung, aber oft auch Aquarellmalerei zum Einsatz kommen, um Farbatmosphären zu entwerfen. Sind die geformten Leuchtröhren dann gefertigt, beginnt ein weiterer Prozess, den die Künstlerin mit einem collageartigen Zusammensetzen der Formen beschreibt, die etwas unplanbares Neues ergeben. Bei diesem Finale denkt Riepl die verschiedenen Stimmungen mit, also die Wirkung bei Tageslicht, bei Dämmerung und bei Dunkelheit. Die Übergänge und Zwischenzustände, das Liminale und die Wandelbarkeit interessiert die Künstlerin dabei besonders.

Raphaela Riepl (*1985) war schon als Teenager klar, dass sie Künstlerin werden wollte. Nicht die alten Meister der Malerei gaben allerdings den Anstoß für ihre Laufbahn, sondern die in Linz aufgewachsene Künstlerin ließ sich bereits als Schülerin bei der Ars Electronica und zeitgenössischer Kunst inspirieren. Gegen Ende ihres Studiums der Grafik bei Gunter Damisch an der Akademie der Bildenden Künste in Wien zog es sie nach New York City, wo sie im Studio des international bekannten Lichtkünstlers Keith Sonnier mitarbeitete. Diese Begegnung mit dem mittlerweile verstorbenen Künstler ist für sie bis heute eine wichtige Inspiration und gab mit den Anstoß, dass sie unmittelbar nach ihrem Studium fünf Jahre in NYC lebte und arbeitete. Riepl lernte dort die Kunstszene in Brooklyn kennen und setzte zahlreiche Ausstellungen um. Zeitgleich eignete sie sich Fachwissen und technischen Fertigkeiten in einer Neonlichtwerkstatt an, wo sie ihren Lebensunterhalt verdiente.

Seit 2015 lebt und arbeitet Raphaela Riepl in Wien. Sie setzt permanente und temporäre Projekte im öffentlichen Raum und Kunst am Bau um (u.a. Energie AG, Johannes Kepler Universität Linz, ÖAMTC) und ist in Ausstellungen im In – und Ausland vertreten.


Read more on the website