Gute Mi[]ne – böses Spiel

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Eröffnung: Freitag, 22. September 2023 – 19 Uhr
Die Künstlerin ist anwesend
Im Lichthof: Patrícia J. Reis, Celiné Struger & Kristin Weissenberger

Für den Herbstauftakt in der Galerie3 sammelte und sezierte Stefanie Wuschitz die Innereien der Medien. Sie zoomt hinein in ihre kleinsten Bestandteile: Licht, Strom, Gold, Kupfer, seltene Erden. Sie verknüpft diese glamourösen Teilchen mit den repetitiven Gesichtern jener, die durch Minen, Globalisierung oder Konflikt in enger Beziehung stehen. Dabei dient recherchiertes Archivmaterial von geheimen Dokumenten aus dem globalen Süden als Inspiration.

Fair Trade Banane? Schon gegessen. Aber fair trade Hardware? Stefanie Wuschitz’ künstlerische Praxis versorgt uns statt mit den üblichen Hightech-Geräten, mit leitenden Tonfliesen und singenden Tischtüchern. Ihr ethisches Elektronik Set – das sie 2023 mit Patricia J. Reis entwickelt hat, besteht aus selbst gebauten Laut- (und Leise) Sprecherinnen sowie recycelten Sensorinnen, die die Welt vermessen. Wuschitz spinnt die Idee des fair trade Produkts spielerisch weiter und verstrickt sich in selbst-versorgerischen, utopischen und spekulativen Ansätzen, von Auswüchsen bis Lösungsansätzen für Weltbürger:innen. 

Das Video-Spiel „Salon of Open Secrets“ lädt zum (aus)gezeichneten Gespräch mit acht Avataren aus Kuba, Indonesien, Nepal, Singapur, der USA, Deutschland, Mexiko und Ghana.

http://www.salonofopensecrets.at 

Schon fast pathologisch inhaliert Wuschitz täglich Medienberichte über Lieferketten, Produktionsbedingungen, Elektroschrott und Urban Mining, das Inhalieren wird Teil ihrer künstlerischen Forschung. Durch zeichnerische Praxis kondensiert Wuschitz diese inhaltliche Schwere zu Cartoons, Animationen, Video-Games, Karikaturen und mini Graphic Novels. Die parteilose Künstlerin arbeitet intensiv mit Communities, in Zusammenarbeit mit Patricia J. Reis oder interdisziplinären Komplizinnen aus den Bereichen Technologie und Feminismus. Ihre aufmüpfigen Projekte beginnen oft mit transformativen Gesprächen und enden mit neuen Fragen, die sich ihr stellen möchten.

Stefanie Wuschitz (*1981) ist Medienkünstlerin, Zeichnerin und ihrer Arbeit an der Schnittstelle von Forschung und Kunst beschäftigt sie sich mit Praktiken der Dekolonisierung von Technologie.

Wuschitz studierte Transmediale Kunst bei Brigitte Kowanz an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und an der New York University. 2009 wurde sie Digital Art Fellow an der Universität Umeå in Schweden. 2009 gründete sie den feministischen Hackerspace und das Kunstkollektiv Mz* Baltazar’s Laboratory in Wien, das sie vierzehn Jahre lang u.a. mit Patrícia J. Reis mitorganisierte. Im Jahr 2014 schloss sie ihr Doktorat über „Feministische Hackerspaces“ an der Technischen Universität Wien ab. Sie hatte Forschungs- und Post-Doc-Positionen an der Universität für angewandte Kunst Wien, der Technischen Universität Wien, der Michigan University, dem Weizenbaum Institut und der Universität der Künste Berlin inne und ist derzeit Projektleiterin eines FWF-Forschungsprojekts zu „Feminist Hacking. Building Circuits as an Artistic Practice“, das an der Akademie der bildenden Künste Wien angesiedelt ist. Ihr künstlerisches Forschungsprojekt an der TU Berlin mit dem Titel „Coded Feminisms in Indonesia“ (Berliner Hochschulprogramm DiGiTal) wird sie im Rahmen des Elise Richter PEEK Projekts „Feministische Strategien gegen digitalen Kolonialismus“ weiterführen. Ihre interaktiven Installationen, Animationen und Visuals wurden in internationalen Ausstellungen, Festivals und Kunstorten gezeigt.
Ihre Tuschezeichnungen, die sie teilweise digital bearbeitet, machen Lust auf Vielfalt und reflektieren humorvoll den Alltag einer vielbeschäftigten Künstlerin in unserer multikulturellen Gesellschaft.

Im Lichthof präsentieren wir ein Projekt von

Patrícia J. Reis, Celiné Struger & Kristin Weissenberger

MUD-GROUP#3: WHO HAS LAND TO MAKE A FIRE?

Die Outdoor-installation im Lichthof der Galerie3 von Patrícia J. Reis, Céline Struger und Kristin Weissenberger dreht sich um den kollaborativen und künstlerischen Prozess der Gruppe, die Keramik als primäres Medium für ihre Erkundungen nutzt. Das Ergebnis des Projektes ist ein Wasserbrunnen, der vollständig aus in den burgenländischen Wäldern gesammeltem Ton besteht, der auf der Donauinsel gebrannt wurde, sowie Keramikteller mit Tassen, die in gewöhnlichen Räumen wie Büros und Künstlerateliers gesammelt wurden. Die Becher, die als Werbeträger dienen, wurden absichtlich mit Glasscherben bedeckt und durch denselben Brennprozess wie die Keramikstücke auf die Becher geschmolzen. Die Installation bezieht sich auf einen neuen Materialismus, der die Emanzipation durch einen neuartigen Umgang mit Materialien fördert. Ein begleitendes Video zeigt die zur performativen Schaffung des Brunnens am Schauplatz Donauinsel.

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