es fließt

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Alina Kunitsyna | Markus Orsini-Rosenberg
>es fließt<


Eröffnung: Freitag, 10. November 2023 – 19 Uhr

Fließendem aller Art widmen sich Alina Kunitsyna und Markus Orsini-Rosenberg in der letzten Ausstellung des Jahres in der Galerie3. Beide beherrschen bekannterweise das Großformat, schaffen aber für ihr „Heimspiel“ in der Galerie3 auch kleinere Formate, die den ganz persönlichen Blick auf das Lebensumfeld schärfen.

Panta Rhei – alles fließt – an diesem Leitgedanken Heraklits orientiert sich der Titel der Ausstellung. Alles fließt, das bedeutet für die beiden Künstler:innen, alles ist in ständiger Bewegung, in ständigem Wachstum und Vergehen, alles wiederholt sich. Immer wieder. Zugleich richtet sich das Fließende auch auf die Bildinhalte beider, die Auseinandersetzung mit Flüssigkeiten aller Art, mit Wasser, Blut und fließenden Gewändern. Kunitsyna und Orsini-Rosenberg, die einen sehr regen Austausch über Kunst pflegen und oftmals auf Schloß Damtschach über alte Meister und neue Motive sinnieren, verbindet die Liebe für traditionelle Maltechniken. Ölmalerei auf selbstgrundierter Leinwand, alte Farben auf Kreide.

In altmeisterlicher Manier präsentiert uns Alina Kunitsyna Zeitgenössisches, erkennbar an der Objektwahl als auch an den diesen Objekten innewohnenden Zeichen. Das Zeichen, das vor allem in der Barocken Kunst von großer Bedeutung war, spielt in den akribischen und gleichzeitig surrealen Darstellungen Kunitsynas eine zentrale Rolle. Die materielle Form der Wäschestücke oder Gläser dient nicht als Symbol, funktioniert nicht assoziativ, sondern als Zeichen, dessen Deutung letztendlich allein den Betrachtenden überlassen ist. Ihre Serie „Only Lovers left alive” kann als Beispiel dafür herangenommen werden. Zwei Gläser, gefüllt mit Wein? Blut? Hinweise auf eine ewig andauernde Geschichte zweier Liebenden, Zeichen für das, was nicht mit Farbe festgehalten wurde, das Abwesende, eine Beziehung.

Alina Kunitsyna beschäftigt sich künstlerisch also mit dem Spannungsfeld von Abwesenheit und Sehnsucht, Beziehungen und der Beziehung zu sich selbst. Paare von Gläsern zeugen von Zusammensein und Genuss. Diese treffen in der Ausstellung auf einzelne Socken, die von ihrem Gegenpart wissen und Wäscheteile, deren Hülle auf Inhalte verweisen, die sich gar außerhalb der Leinwand befinden. Stoffe repräsentieren Design, Chaos und Ordnung, alles menschliche Produkte. So haben all ihre Malereien zweierlei Inhalt: Objekte und die Geschichte, die sie erzählen.

Die immer wieder vorkommende Abwesenheit ermöglicht unsere Anteilnahme am Bild, wir füllen die Leere aus, denken uns die Geschichte fertig, vielleicht mit unseren eigenen Sehnsüchten. Die Zeichen regen nur an, wie auch die Titel der Arbeiten, die Geschichte vollenden wir selbst. 

Beide sprechen von der Lust am Malen, wenn sie von ihrer künstlerischen Arbeit sprechen, aber auch vom Meditieren – es liege dem Malen zu Grunde. Sowohl Kunitsyna als auch Markus Orsini-Rosenberg wollen aber auch kontemplative Werke schaffen, andere zum Versinken und zur Selbstreflexion einladen. Die teils abstrahierten Naturlandschaften auf den großen und kleinen Leinwänden von Orsini-Rosenberg ermöglichen das gekonnt. Bekannt für seine Naturmalerei, widmet er sich seit geraumer Zeit den Dynamiken der Landschaft und archetypischen Motiven wie „Wald, Feuer, Wasser und Stein“.

Angeregt vom Wesentlichen der Natur, ihrem immerwährenden Wachstum und ihrem ewigen Streben in Richtung Sonne, widmen sich seine Bilder der Lebendigkeit des Kosmos in all ihren Facetten. Das bedeutet bewusstes Wahrnehmen seiner Umwelt und sich einlassen auf einen langandauernden und aufwändigen handwerklichen Prozess. In seinem Abstrahierungsprozess hält er allerdings an der Realität fest und sieht sich damit ebenso in der Tradition alter Meister, in einer Tradition des Suchens und Lernens aus der eigenen künstlerischen Arbeit.

Heimische Gewässer wie der Wörthersee dienten diesmal als Vorbild, seine Ufer mit wildem Gebüsch und Bäumen die Richtung Himmel streben. Strich für Strich werden diese Eindrücke dann auf die Leinwand gebracht. Das ewig Fließende, ewig Wachsende wird in seiner Malerei zur Ruhe gebracht, für einen Moment lang festgehalten. Dennoch schafft seine typische Handschrift, ein dynamischer Pinselduktus, abstrahierte Darstellungen der Natur, die im Bild dann trotzdem in Bewegung bleibt. 
Zeitgleich zur Ausstellung zeigt die Galerie3 im Kabinett die alljährliche abwechslungsreiche Weihnachtschau 

>Surprise, surprise< mit kleineren preiswerten Werken, um sich und seine Lieben zu beschenken.


Ausstellungsdauer: 11. November – 23. Dezember 2023

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