Eröffnungstag: Samstag, 29. Mai 2021, 11- 14 Uhr
Die Künstlerinnen sind anwesend.

Laufzeit
29. Mai - 2. Juli 2021 zu den regulären Öffnungszeiten
3. Juli – 24. Juli 2021 nach Vereinbarung
In Kooperation mit dem Museum Moderner Kunst Kärnten

Zwei Kärntner Künstlerinnen stellt die Galerie3 in der Ausstellung >Der Zweite Blick< gegenüber und lädt zur Auseinandersetzung mit abstrakter zeitgenössischer Kunst auf Leinwand und im Raum.

Die Abstraktion in Suse Krawagnas Kunst beginnt in der Wahrnehmung, in ihrer Wahrnehmung. Von einer formalen Neugierde geleitet nimmt sie Details oder Anordnungen von Dingen wahr, die sich ihr einprägen. Diese Eindrücke wirken nach und im Atelier entstehen über Skizzen, in denen oft Elemente aus unterschiedlichen Beobachtungen zueinander in Beziehung gesetzt werden, Malereien die sich mit dem Thema Variation, Abweichung und Differenz beschäftigen. Die Bilder beziehen sich stets aufeinander und entwickeln sich, in einem Prozess der mehrere Monate, manchmal Jahre dauern kann, von der ursprünglichen Inspiration weg zu etwas Neuem.
Während lange Zeit strenge Linien Krawagnas Malerei bestimmten, durchbricht sie diese in den jüngsten Arbeiten mit Schlingen und runden Linien, die sie mit sichererem Strich auf den Bildgrund setzt. Immer weiter und immer wieder lädt Suse Krawagnas Malerei ein, sich der Wahrnehmung zu widmen, sich auf Abstraktion einzulassen und ein eigenes Tempo dafür zu zuzulassen.
Suse Krawagna (*1964 in Klagenfurt) studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Arnulf Rainer und war danach Resident am Royal Collage of London. Sie erhielt im Laufe ihrer künstlerischen Karriere zahlreiche Preise. Zeitgleich mit der Galerie3 stellt sie im Museum Moderner Kunst Kärnten MMKK aus und es erscheint dazu ein umfassender Katalog.

Terese Kasalicky beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit ornamentalen Elementen, also mit Verzierungen, die über die eigentliche Funktion der Gegenstände hinausgehen, ihnen Besonderheit und Luxuscharakter verleihen, die dem ästhetischen Mehrwert dienen und zum Repräsentationsfetisch werden lassen. Sie spielt mit der Diskrepanz der Verarbeitung von einfachen, leicht verfügbaren Materialen zu prunkvollen Artefakten. Die stelenartigen Skulpturen sind als ein modulares Bausteinsystem oder Alphabet zu verstehen, welches aus lauter Einzelteilen besteht.
Im Zuge jahrelanger kunstgeschichtlicher Recherche vor allem im Bereich der Zierformen haben sich für die Künstlerin etliche archetypische Grundformen herauskristallisiert, die sie immer wieder verwendet und erweitert. Wie ein Wort oder ein Satz können diese Formen jeweils neu angeordnet oder zusammengebaut werden und verändern dadurch ihre Syntax.
Terese Kasalicky (*1988 in Klagenfurt) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Gunter Damisch und Veronika Dirnhofer; sie lebt und arbeitet in Wien.